Heute werden die ersten Informationen an die Eltern der Grundschule Flossenbürg verschickt, in denen es um einen ersten Baustein im Titel um den Bayenmeister „Familienfreundliche Gemeinde“ geht. Neben der Bedarfdumfrage zur Nachittagsbetreuung wird ab Anfang April, voraussichtlich ab dem 7. ein Mittagessen für unsere Schulkinder im Rahmen der Mittagsbetreuung angeboten. Eine Kooperation aus mehreren Beteiligten macht dies möglich.
Die Idee hatte Martina Koppers, die auch den Anstoss für das attraktive Angebot gab. Sie leitet nunmehr im 8 Jahr die Mittagsbetreuung in der Volksschule Flossenbürg. Ein Angebot, dass auch bislang schon zu einer deutlich verbesserten sozialen Infrastruktur in Flossenbürg führte und welches die Gemeinde auch über erste magere Zeiten mutig und konsequent fortsetzte. Viele Eltern in Flossenbürg sind Martina Koppers für Ihren Einsatz sehr dankbar. Aber auch Martina Koppers stellt fest: „Die Arbeit mit unseren Kindern gibt mir sehr viel“.
Nun also gibt es etwas Neues in der Mittagsbetreuung. Täglich ab 13.30 Uhr gibt es ein warmes Mittagessen, organisiert von der Freien Wähler Gemeinschaft, gekocht vom Partyservice Schalles, gebracht von der Caritas Sozialstation Floß und serviert in der Mittagsbetreuung unter der Schirmherrschaft der Gemeinde Flossenbürg, die die Transportkosten übernimmt und in Kooperation mit der Volksschule Flossenbürg und ihrem Leiter Hermenn Riedl. Und das Beste: die Mittagessen kosten gerade einmal etwa 3 Euro! Da lohnt es sich doch kaum mehr selbst zu kochen.
In den kommenden Monaten bis zu den Schulferien läuft nun der Probebetrieb mit den Schülern der Grundschule, bei Erfolg ist es durchaus denkbar, das Angebot auf andere Interessenten (z.B. Schüler aus Flossenbürg, die andere Schulen besuchen) auszuweiten.
In der letzten Woche habe ich über das Angebot mit Großeltern aus Neustadt/Wn gesprochen. Sie waren ganz begeistert von der Aktivität zu diesem Thema, denn Sie sind viele Stunden in der Woche mit der Grund-Versorgung ihrer Enkel befasst. Fahren, kochen, Hausaufgaben, Nachtruhe. Leider werden auch sie nicht mehr jünger, so dass ihnen die Aufgaben, mit denen manche Eltern überfordert sind, über den Kopf wachsen. Eine vollständige Familieninfrastruktur vor Ort würde auch hier viele Probleme lösen, um Aufgabenfelder entlasten. Sie hoffen, dass Flossenbürg als Vorreiter voran marschiert und die anderen Orte nachziehen. Zum Wohle unserer Kinder.
Lassen sie mich bitte noch ein Wort zu Sinn und Zweck von Ganztagsbetreuungen verlieren: In Deutschland ist Bildungqualifikation nicht nur lt. der Pisa-Studie „erblich“. Das bedeutet, dass Kinder zumeist den Bildungsabschluss ihrer Eltern erreichen. Schauen Sie sich in Ihrem Umfeld um, dann wird Ihnen dies schnell klar. Dies ist kein Vorwurf an die Eltern, die sicherlich das Beste für ihre Kinder wollen – denen aber vielleicht der Mut zu Neuem, ihnen unbekannten fehlt.
Dies ist auch zur Zeit wieder zu sehen, wenn in teils dramatischen Szenen einerseits um die Übertrittszeugnisse gerungen wird und wie andererseits vorhandenen Qulifikationsnachweise mit Füßen getreten werden. Da gibt es Eltern, die ihre Kinder unter dem Hinweis „da geht der Bruder auch hin“ oder diesen Schulabschluss habe ich auch, hat es mir geschadet eine Laufbahn auf dem Gymnasium verweigern. In welchem Jahrhundert leben wir denn, wenn es heißt „a Moidl braucht koa Schul, die heiat dann eh un dann kumma Kinder“. Die Fahrtstrecke zu Realschule oder Gymnasium ist jedenfalls gleich, daran kann es nicht liegen.
In einer Studie wird nun nachgewiesen, dass beispielsweise Krippenkinder höhere Bildungschancen haben, also der „Erblast“ entrinnen können. Das gibt Hoffnung und unterstützt die so häufig gescholtenen Rabenmütter, die dies nun wirklich nicht sind, denn wenn der Bereich der Tages- und Schulerziehung aus den Familien genommen wird, kann dies durchaus eine bessere BAsis für ein stressfreies harmonisches Familienleben sein, in dem jeder seine Profession hat.
Wir werden in den kommenden Jahren und Jahrzehnten jeden ausgebildeten Kopf brauchen. Jeder der einigermaßen qualifiziert ist wird von unserer Volkswirtschaft benötigt. Im Leistungsbereich beginnt bereits der „Kampf um die Köpfe“. Die Konsequenz kann nur Heißen: Bildung, Bildung und nochmals Bildung, sonst kann keiner mehr die Sozialleistungen und Renten von Morgen bezahlen. Im Landkreis Neustadt/Wn verlassen über 9% aller Schüler ohne Schulabschluß die Schullaufbahn. Das ist nicht akzeptabel. Jeder muss einen Schulabschluss erwerben können und wollen! Um jede/n einzelne/n muss man sich kümmern.
Noch einige weise Worte zum Abschluß, mit denen die Notwendigkeit einer ausgewiesenen Familieninfrastruktur verdeutlicht wird:
„Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du deinem Kind den Regenbogen zeigst.
Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist.“ – Aus China
„Wenn eine Frau zu Hause bei den Kindern bleibt, ist sie ein unemanzipiertes Muttchen, geht sie schnell wieder in den Beruf, ist sie eine herzlose Karrieristin.“ – Harald Martenstein, Die Zeit, Nr. 19; 4. Mai 2006, S. 65
„So arbeiten, als könnte man ewig leben. So leben, als müsste man täglich sterben.“ – Don Bosco
In diesem Sinne:
Familienbayernmeister Flossenbürg – wir sind auf einem guten Weg!
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Wurde eigentlich das Mittagessen wie geplant Anfang April eingeführt?
In der Zeitung habe ich jedenfalls noch nichts darüber gelesen – oder habe den betreffenden Artikel überblättert?
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde am 7.April für Schüler die Möglichkeit eingeführt, ein Mittagessen zu sich zu nehmen. Von Anfang an lief alles sehr gut. Das Mittagessen wird auch gut angenommen, am Dienstag wurden beispielsweise 7 Kinder versorgt – klar, da gabs Currywurst mit Pommes! Auch die Qualität des Essens ist hervorragend. Familie Schaller aus Floss bringt da täglich eine tolle Leistung. Die Lieferung durch die Caritas ist absolut problemlos. Martina ist begeistert. Den Kindern gefällts, die Rückmeldung der Eltern sind steigende Bestellzahlen – denn jeder kann für seine in der Grundschule tageweise unter mehreren Angeboten wählen und muss auch nicht jeden Tag bestellen. Martina hat alles wirklich super im Griff.
Freitags ist Betelltag. Da werden die Bestellungen für den Donnerstag übergebenen Menüplan aufgenommen.
Abgerechnet wird bei Martina, die das Geld an Familie Schaller weitergibt. Eine wirklich runde Sache. Hinzu kommt, dass die Kinder, die in der Mittagsbetreuung essen von den anderen oft neidisch angeschaut werden. Ein wirklich soziales Ereignis.
Da nimmt es Wunder, dass nicht doch Probleme da sind. Dies sind aber eher Probleme der Unterversorgung. Man glaubt es kaum, aber auch heute noch hungern täglich Kinder – auch in Flossenbürg! Hier gibt es noch viel zu tun. Das jetzige Angebot darf nicht der Schlußstein sein, sondern ein erster Schritt.
Ich weiß nicht, ob es ein soziales Ereignis ist, wenn einige Kinder essen und die anderen dabei zuschauen müssen. Grundsätzlich ist natürlich die ganze Aktion sehr lobenswert, aber ich könnte mir vorstellen, daß sich einige das Essen einfach nicht leisten können. In diese Richtung sollte man mal überlegen, wie man ALLEN Kindern ein bezahlbares Mittagessen anbieten kann, dann müsste niemand mehr neidisch zuschauen. Vielen Familien sind evtl. 3.- Euro pro Tag und Kind schon zuviel, evtl. ist es einfach nicht drin.
Es sollten außerdem noch Überlegungen angestellt werden, ob man sich nicht mit dem Kindergarten zusammentun kann, dort essen auch einige Kinder zu Mittag, muß aber selbst mitgebracht werden.
Bestimmt gibt es in dieser Richtung noch viel zu tun!