Welche Kriterien machen einen Ort zu dem Besten für Familien? Dies ist die Frage, die wir uns stellen müssen und deren Antworten wir umsetzen müssen. Was ist gut für Familien? Gut für Kinder und gut für die Erwachsenen. Familien dürfen nicht eng im Stile des Familienbildes des letzten Jahrhunderts gesehen werden. Alleinerziehende, Patchworkfamilien, Pflegefamilien sind nur einige Familienformen. Können wir die Familien nicht für Flossenbürg, nicht für uns gewinnen, stirbt unser Ort langsam aber immer sicherer.
Denn welche Möglichkeiten haben wir sonst, unsere Einwohnerzahl zu halten? Die vielbeschriebene Integration ausländischer Mitbürger, andernort ein wichtiger Faktor, spielt keine Rolle in einem Landkreis mit 3% Anteil dieser Bevölkerungsgruppe bei bayernweiten 9%. Wenn wir also etwas für den Ort machen wollen, so muss es den Familien und insbesondere deren modernen Ausprägungen gelten
Warum ist denn die Einwohnerzahl so wichtig? Können wir nicht alle auch mit weniger Nachbarn gut leben? Klar können wir, jedoch das Leben wird immer teurer:
Wenn es nicht gelingt, innerhalb der nächsten 5 Jahre den Trend der Abwanderung zu stoppen, wenn es nicht gelingt, mehr Familien von einem Wohnort Flossenbürg zu überzeugen, werden wir massive Einschnitte im Bereich der kommunalen Infrastruktur erleben. Als ersten kippt die Grundschule mangels Kinder, anschließend gesellt sich der Kindergarten gleich dazu. Unter diesen Voraussetzungen wird die Abnahme der Bevölkerungszahl enen neuen Schwung erleben, denn gerade dieser Altersbereich ist für Eltern besonders sensibel.
In der Folge steigt die Pro-Kopf-Verschuldung an. Dies wird in 2 Teilen geschehen:
Im ersten Teil steigen die Preise für Wasser und Abwasser. Wir bezahlen in diesen Gebühren weniger die tatsächlichen Kosten, vielmehr sind hierin die Kosten für Bau und Erhaltung der in der Daseinsvorsorge notwendigen baulichen Anlagen hinterlegt. Diese wurden sinnvollerweise auf den Verbrauch umgelegt um die Kosten sozial abzufedern. Haben wir weniger Mitbürger, steigen die Kosten pro Kopf, denn die Ver- und Entsorgung muss kostendeckend arbeiten.
Der zweite Teil der Konzerts sind die tatsächlichen Verschuldungskosten je Kopf. Diese betrugen 2006 knapp 900 Euro je Kopf der Gemeindebevölkerung. Gehen wir nun einmal vom Bevölkerungsstand 1996 aus, so hätten wir bei gleicher Belastung der Gemeinde etwa 830 Euro Schulden je Kopf gehabt, verringert sich die Einwohnerzahl auch nur in gleichem Maße, wie in den 10 Jahren zuvor haben wir ohne weitere Tilgung oder Investitionen eine Pro-Kopf-Verschuldung von 980 Euro.
Es ist leicht zu erkennen: schon aus diesen rein fiskalischen Gründen ist eine zumindest gleichbleibende Bevölkerung wichtig, denn je höher die Schulden einer Gemeinde sind, um so weniger kann sie für das Gemeinwohl ihrer Bürger leisten!
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